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Mittelalter in vegan: Dinkelbrot nach Hildegard von Bingen

Wart ihr auch schon lange auf der Suche nach einem fluffigen Dinkelbrot, das dem konventionellen, aber leider viel zu ungesunden Weißbrot Konkurrenz machen könnte? Dann hat diese Suche jetzt ein Ende.

Ich habe euch bereits von der Heiligen Hildegard von Bingen erzählt – und wir haben auch schon ihr Habermus und ihre Nervenkekse kennengelernt. Das Besondere an beiden Rezepten ist, dass die Basis stets Dinkel ist – das Getreide, dem Hildegard vollkommen vertraut und dem sie heilende Kräfte zugeschrieben hat.

In Zeiten, in der Brot eines der Hauptnahrungsmittel in allen Bevölkerungsschichten war, verwundert es ferner nicht, dass die Heilige Hildegard sich auch mit dem Brotbacken beschäftigt und ein Rezept für locker-leichtes Dinkelbrot entwickelt hat.

Das Rezept

Dinkelbrot

Dinkelbrot nach Hildegard von Bingen

  • Portionen: 1 kleines Brot
  • Schwierigkeit: einfach
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Ihr braucht:

Für den Vorteig:
  • 1/2 Tasse Dinkelmehl Typ 1050
  • 1/2 Tasse Brottrunk
Für den Teig:
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 1/2 Tasse warmes Wasser
  • 1 Tasse Dinkelmehl Typ 1050
  • 1 TL Meersalz
  • 1 EL Kokosöl (nicht geschmolzen)
  • 1 TL Galgant
  • 1 TL Fenchel (gemahlen)
  • 1 TL Thymian (getrocknet)
  • 1 TL Reissirup

So geht’s:

Der Vorteig:
  1. Vermengt das Dinkelmehl mit dem Brottrunk und lasst beides für 1 1/2 – 2 Stunden über der Heizung gehen (25-30°C).
Der Teig:
  1. Löst die Trockenhefe im warmen Wasser auf und gebt diese Mischung zum Vorteig.
  2. Rührt alles gut um und gebt nun die restlichen Zutaten hinzu.
  3. Verführt alles zu einem geschmeidigen Teig. (Keine Sorge: Der Teig erinnert eher an Kuchen- als an Brotteig, doch genau so soll es sein.)
  4. Fettet nun eine kleine Guglform (Ø ca. 12 cm) und gebt den Teig hinein.
  5. Streicht ihn glatt und stellt ihn nochmals für 30 Minuten mit einem feuchten Küchentuch bedeckt auf die Heizung.
  6. Heizt euren Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor.
  7. Gebt eurer Dinkelbrot auf die mittlere Schienen und lasst es die nächsten 45 Minuten langsam backen, bis es an der Oberfläche leicht golden wird.
  8. Herausnehmen, aus der Form stürzen, abkühlen lassen – genießen!

Anmerkung: Dieses Brot wird in der Form im Backofen noch wunderbar aufgehen. Ich hatte kurzzeitig Angst, dass mir der Teig überläuft. Das ist glücklicherweise nicht passiert – doch gebt zur Vorsicht noch ein weiteres Blech unter das Brotblech, um eventuelle Teigtropfen aufzufangen.

Dinkelbrot6

Ihr habt es sicher schon bemerkt: Dieses Brot ist gewissermaßen das absolute Gegenteil zu dem doch sehr schwer zu knetenden und kompakten Kranzbrot. Denn kneten müsst ihr hier überhaupt nicht und das Endergebnis ist herrlich aufgegangen und wunderbar fluffig. In Kombination mit der Guglform erinnert das Brot wirklich durch die Konsistenz ein bisschen an einen Kuchen.

Und schmeckt wunderbar zart nach Kräutern.

Dinkelbrot1

Ich weiß nicht, wie brotverliebt ihr seid – doch bei uns ist dieses Dinkelbrot nach zwei Abendessen fort gewesen. Vor allem ich bin begeistert von der leichten Konsistenz und der Tatsache, dass es nicht schwer im Magen liegt. Auch hier bewahrheitet sich der Spruch, dass gutes Brot Zeit braucht.

Dinkelbrot7

P.S.: Im Mittelalter wurde Brot sicherlich nicht in Gugl-Formen gebacken – doch ich hatte spontan Lust (und der Teig hat eine derartige Verwendung auch hergegeben, wenn nicht geradezu herausgefordert), dem Brot eine Kuchenoptik zu verleihen.

Ich wünsche euch viel Freude beim Backen und einen guten Appetit! ❤


Dieser Beitrag gehört zur Mittelalter-Reihe, die aktuell auf dem Blog stattfindet. Zur Übersicht der bisher veröffentlichten Rezepte und einem Informationsartikel gelangst du, wenn du hier oder auf das Bild klickst.

Mittelalter in vegan

17 Kommentare

  1. Pingback: Fahrplan 2016 | Mehr als Grünzeug!

  2. Bevor ich dein PS gelesen hab, wollte ich schon schreiben: sieht aber aus wie ein Kuchen, sehr lecker!! 😀 Ich war eher überrascht, dass es ein Brot war – die Konsistenz ist ja auch sehr kuchenartig? Oder sieht das nur so aus?

    Auf jeden Fall sehr lecker! Den werde ich mir mal leihen (also das Rezept) 😛

    Gefällt 1 Person

    • Ja, es sieht tatsächlich aus wie ein Kuchen und ist von der Konsistenz her auch einem Kuchen sehr ähnlich.
      Das Brot ist sehr fluffig, locker und weich – also eigentlich ziemlich brotuntypisch, aber sehr spannend, wie ich finde.

      Freut mich sehr, dass dir das Rezept gefällt! Ich bin gespannt, wie es dir schmeckt. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Gefällt 1 Person

  3. Hallo Jenni!

    Danke für das Brotrezept, klingt interessant mit dem Vorteig! Ich muss mir endlich wieder den Kombucha-Pilz holen…

    Eine Frage hätte ich noch, warum verwendest Du immer Trockenhefe? Ich nehme viel lieber die frische Hefe, die ist auch viel ergiebiger, da ein halber Würfel einem Sackerl Trockenhefe entspricht.

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Maria!

      Du triffst mit deinem Kommentar wie so oft ins Schwarze: Vor ein paar Tagen habe ich mir gerade dieselbe Frage gestellt – und für mich festgehalten, die noch verbliebene Trockenhefe aufzubrauchen und dann endlich mit frischer Hefe zu backen. Ich glaube, da werden die Ergebnisse auch noch einmal ganz anders. 🙂

      Danke aber für deine berechtigte Anmerkung!

      Liebe Grüße
      Jenni

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      • Hallo Jenni!

        Viele Menschen haben „Angst“ vor der frischen Hefe. Weil man in alten Rezepten ja auch immer von „Dampfl machen“ liest, zu Deutsch Vorteig oder Gärprobe.

        Da haben wir auch den Punkt – es ist nämlich eine Gärprobe, ob die Hefe „funktioniert“ und bei der Qualität, die Hefe heute hat, ist das auch bei frischer Hefe nicht nötig.

        Früher war man dadurch gefeit, den ganzen Teig und die guten Zutaten zu verderben.

        Ich finde der Geschmack ist besser und der Teig wird auch lockerer.

        Und wie gesagt – 1/2 Würfel auf 500 gr Mehl reicht. Das habe ich selbst am Anfang falsch gemacht, da ich dachte 1 Sack Trockenhefe = 1 Würfel, aber das stimmt nicht, 1 Sack Trockenhefe = 1/2 Würfel Hefe.

        lg
        Maria

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        • Hallo Maria!

          Danke für deine fachliche Expertise! 🙂
          Das bestärkt mich noch einmal darin, es einmal (hinter dem Rücken von Mr. Grünzeug, denn der hat eine irrationale Abneigung gegen frische Hefe) damit zu versuchen. Wenn diese Ergebnisse erfolgreich sind (wovon ich stark ausgehe), werde ich gänzlich darauf umsteigen – und immer deinen Dosierungstipp im Hinterkopf haben.

          Liebe Grüße
          Jenni

          Gefällt 1 Person

  4. Schade, dass der Januar so schnell vorbei ging, ich hätte gerne noch weiter mittelalterliches gelesen 😀
    Das Brot sieht echt wie ein Kuchen aus… ich glaube, ich würde es daher wohl auch wie Kuchen essen wollen 😉
    Liebe Grüße

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    • Hallo Tabea!

      Toll, dass dir das Thema so gut gefallen hat – das freut mich riesig! 🙂
      Doch ich darf dich ein wenig beruhigen: Ich habe etwas zu viel Mittelalterliches vorbereitet, sodass es noch ein paar Rezepte geben wird und sich das Thema noch ein bisschen in den Februar hineinziehen wird.
      Und vielleicht gibt es noch einen spannenden Info-Artikel obendrauf. 😉

      Ja, das Brot ist wirklich sehr kuchenartig, weil super luftig und locker. Daher musste es auch in eine entsprechende Form. Aber es schmeckt herrlich und ist tatsächlich mit Weißbrot in seiner Konsistenz vergleichbar. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

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  5. Hallo Jenni,
    eben hab ich schon mal versucht einen Kommentar zu senden, hat aber irgendwie nicht funktioniert. Vielleicht lag es daran, dass ich einen Link hinter einem Stichwort verbasteln wollte. ich hab nämlich grad einen schönen Salat mit Roggenbrot gemacht & gegessen. Da hätte Dein Dinkelbrot vermutlich sogar besser gepasst. Der Salat wäre im Mittelalter vermutlich auch so möglich gewesen. 🙂 Ich hoffe mal, Du kriegst jetzt nicht mehrere Kommentare von mir. Wie das mit dem Link geht, krieg ich auch noch raus. 😉
    Liebe Grüße aus dem Garten
    PS: https://karotinasblog.wordpress.com/2016/01/28/balsamicozwiebeln-feldsalat-walnuesse/

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    • Hallo Karo-Tina!

      Keine Sorge, ich habe nicht mehrere Kommentare erhalten, nur den einen hier. 🙂
      Gerade habe ich deinen Artikel gelesen und musste schmunzeln: Deine Art, Rezepte zu verschriftlichen, ist wirklich eine ganz besondere, die mir sehr gut gefällt. Du erzählst immer eine schöne Geschichte dabei und man ist gleichermaßen gezwungen wie geleitet, sich den ganzen Text durchzulesen, wenn man hinter das kulinarische Geheimnis kommen möchte. Super – mach‘ weiter so! 🙂

      P.S.: Der Salat hört sich klasse an! Und ich denke, das Dinkelbrot hätte wirklich gut gepasst – aber ein kräftiges Roggenbrot hat das Ganze bestimmt auch wunderbar abgerundet. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

      Gefällt 1 Person

    • Hallo Bettina!

      Schön, dass dir das Rezept gefällt und du das Brot (oder das Kuchen-Brot) nachbacken möchtest! Ich bin gespannt auf dein Ergebnis und darauf, wie es dir schmeckt. 🙂

      Liebe Grüße
      Jenni

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    • Hallo Sharon!

      Freut mich, dass du so begeistert von dem kuchigen Brot bist und es ausprobieren möchtest. Ich bin gespannt, wie es dir gefällt – vielleicht magst du mir dann Rückmeldung geben? 🙂

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend!
      Jenni

      Gefällt 1 Person

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