Alle unter Brot verschlagworteten Beiträge

Mittelalter in vegan: Dinkelbrot nach Hildegard von Bingen

Wart ihr auch schon lange auf der Suche nach einem fluffigen Dinkelbrot, das dem konventionellen, aber leider viel zu ungesunden Weißbrot Konkurrenz machen könnte? Dann hat diese Suche jetzt ein Ende. Ich habe euch bereits von der Heiligen Hildegard von Bingen erzählt – und wir haben auch schon ihr Habermus und ihre Nervenkekse kennengelernt. Das Besondere an beiden Rezepten ist, dass die Basis stets Dinkel ist – das Getreide, dem Hildegard vollkommen vertraut und dem sie heilende Kräfte zugeschrieben hat. In Zeiten, in der Brot eines der Hauptnahrungsmittel in allen Bevölkerungsschichten war, verwundert es ferner nicht, dass die Heilige Hildegard sich auch mit dem Brotbacken beschäftigt und ein Rezept für locker-leichtes Dinkelbrot entwickelt hat. Das Rezept Ihr habt es sicher schon bemerkt: Dieses Brot ist gewissermaßen das absolute Gegenteil zu dem doch sehr schwer zu knetenden und kompakten Kranzbrot. Denn kneten müsst ihr hier überhaupt nicht und das Endergebnis ist herrlich aufgegangen und wunderbar fluffig. In Kombination mit der Guglform erinnert das Brot wirklich durch die Konsistenz ein bisschen an einen Kuchen. Und schmeckt wunderbar …

Mittelalter in vegan: Feldbrot

Mittelalterliches Brot ist etwas Herrliches. Wirklich. In den alten Rezepten wird dem Brot noch lange Zeit zum Gehen gegeben, werden uns unbekannte Zutatenkombinationen verwendet, wird das Brot zelebriert. Für jemanden wie mich – die passionierte Brotselbstbäckerin ist – nahezu ein Traum. Ich konnte gar nicht genug bekommen beim Durchschauen der Rezepte und beim Lesen der Anleitungen. Eines hörte sich besser an als das nächste und die Entscheidung, welches ich denn nun in die Tat umsetzen wollte, fiel mir schwer. Gewählt habe ich zunächst das Feldbrot. Der Name ist mir ehrlich gesagt nicht selbsterklärend – ich suche noch immer nach einer guten Erläuterung. Vielleicht wegen des herben, leicht säuerlichen Geschmacks, der Assoziationen an das Korn auf dem Feld hervorruft? Oder wegen des hohen Roggenvollkorn-Anteils? Dank toller aufklärender Kommentare von euch, meine lieben Leser* innen, bin ich nun wieder ein wenig schlauer und kann dem Rest von euch nun einen Erklärungsansatz liefern, der unter Umständen zur Namengebung beigetragen hat: Der Name des Feldbrotes leitet sich von seiner Nutzungsweise ab: Da es sehr lange haltbar ist, wurde es …

Ernährung im Mittelalter

Wo es eine Rezepte-Reihe zum Thema Mittelalter gibt, darf eine zumindest grobe Einführung und Übersicht über die tatsächlichen Verhältnisse der Esskultur vor mehreren hundert Jahren nicht fehlen. Was aßen die Menschen damals eigentlich? Und: War das wirklich so fade und öde, wie wir glauben? Was wir beachten müssen Für uns – ans demokratische System gewöhnte und zumindest in den modernen Industriestaaten lebensmitteltechnisch verwöhnte – moderne Menschen sind, wenn wir vom „Mittelalter“* sprechen, einige Vorbemerkungen zu machen, damit wir nicht mit einem falschen Vorstellungsbild an die Sache herantreten. * Dieser Begriff ist höchst umstritten – sowohl, was die zeitliche Spanne als auch, was die Verwendung überhaupt betrifft. Falls ihr an weiteren Informationen interessiert seid, schaut doch einführungsweise einmal hier und hier vorbei. Der Einfachheit halber – und weil dies hier kein wissenschaftlich-historischer, sondern ein veganer Blog ist – verzichten wir an dieser Stelle auf derartige Diskussionen. Und widmen uns dem für uns Wichtigen: dem Essen.  Im Mittelalter herrschte, wie wir wissen, ein strenges und beinahe absolut undurchlässiges Ständesystem. Schätzungsweise 90% der Bevölkerung waren Bauern, auf landwirtschaftliche Tätigkeit und harte …

Mittelalter in vegan: Kranzbrot

Brot ist etwas Tolles. Etwas zum Verlieben, zum Reinlegen, zum Ganz-Auffuttern. Vor allem, wenn es noch warm ist, gerade aus dem Ofen genommen wurde und die dünne Schicht Pflanzenmargarine traumhaft auf der dampfenden Scheibe verläuft… Ja, ich gerate ins Schwärmen. Das hängt dieses Mal allerdings nicht nur mit meiner ohnehin bekannten Liebe für frischgebackenes Brot zusammen. Sondern auch mit dem beinahe weltbesten der einfachen und schlichten Roggenbrote, dem ich je begegnet bin. Die Rede ist vom mittelalterlichen Kranzbrot, mit dem ich meine Januar-Reihe „Mittelalter in vegan“ eröffnen möchte. (Die Rezepte werde ich nach und nach hier sammeln – oder ihr klickt einfach auf das Bild, dann gelangt ihr ebenfalls zur entsprechenden Übersichtsseite.) Kranzbrot also – oder Krennts von brodt, wie es im Mittelhochdeutschen heißt. Mittelhochdeutsch ist übrigens etwas ganz Faszinierendes. Ich kann euch nur raten: Lest mittelalterliche Romane! Ihr werdet Abenteuer-Welten kennenlernen, die selbst Tolkien vor Neid erblassen lassen! Ein paar Beispiele meiner aktuellen Favoriten*: Parzival (Wolfram von Eschenbach) Erec Iwein (Hartmann von Aue) Das Rolandslied Das Nibelungenlied Tristan (Gottfried von Straßburg) Doch abseits der fantastischen …

Emmer-Ringe

Habt ihr schon einmal etwas von Emmer gehört? Nein? – Ich bis vor Kurzem auch nicht. Doch hier kommt mir eines meiner liebsten Hobbys – das Stöbern in Lebensmittelläden – zugute: Denn als ich vor einigen Monaten im Superbiomarkt meines Vertrauens durch die Regale stromerte, um neue Inspiration für zukünftige Back- und Kochvorhaben zu gewinnen, da lachte es mich an, das Emmer-Vollkornmehl. Was ist Emmer? Emmer – auch Zweikorn genannt – ist ein uraltes Getreide und gilt als Vorfahre des Hartweizens. Wegen seiner ursprünglichen Geschmacksstruktur wurde Emmer in jüngster Zeit wiederentdeckt. (Auskunft auf meiner Mehlpackung) Es handelt sich hierbei um ein ganz besonderes Mehl: Emmer-Vollkornmehl* hat so viele positive Nährstoffeigenschaften, dass es zu den gesündesten Mehlsorten überhaupt zählt. Leider ist der Anbau von Emmer, der auch in Deutschland lange florierte, nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend eingestellt worden, sodass Emmer-Mehl zwar eines der gesündesten, aber leider auch gleichzeitig eines der teuersten Mehle ist (ich habe für meine 500g-Packung beispielsweise rund 3 € gezahlt). Für alle, die es genau wissen möchten, ist hier das grobe Nährstoffprofil des Emmer-Mehls aufgeführt: …

Orientalisches Zupfbrot

Die Weihnachtszeit rückt näher. Und direkt danach steht Silvester vor der Tür – ein neues Jahr will eingeläutet werden. Damit hat neben der „Was-soll-ich-bloß-schenken?“- Frage auch die „Was-soll-ich-bloß-mitbringen?“-Frage wieder einmal alljährliche Konjunktur. Falls ihr auch nicht mehr den typischen (veganen) Nudel- oder Kartoffelsalat auf die desjährige Silvesterparty mitnehmen möchtet, habe ich hier einen Vorschlag für ein partytaugliches Brot für euch: Zupfbrot. Ihr fragt euch nun: „Was hat dieses Zupfbrot Orientalisches an sich?“ Der Grund, weshalb diese Kreation nicht einfach Zupfbrot, sondern Orientalisches Zupfbrot heißt, liegt in seiner Entstehungsgeschichte: Vor einigen Tagen stand ich in der Küche und habe türkische Manti zubereitet. Manti sind kleine, meistens leider mit Hackfleisch gefüllte Teigtäschchen, die ich für unsere Zwecke allerdings veganisiert habe. Nun werden Manti traditionell mit einem Joghurt-Topping und einem zusätzlichen kleinen Topping, das aus einer Tomatenmark-Minze-Soße besteht, serviert. Als ich nun vor einigen Tagen genau diese Soße vorbereitete und meine Gedanken zu meinem nächsten Brotexperiment schweiften, traf es mich beinahe blitzartig: Das, was hier vor mir im Topf schon so verführerisch roch, wäre doch die perfekte Füllung für …

Gehaltvolles Nussbrot

Brot, Brot, Brot! In allen möglichen Variationen, Zutatenkombinationen und Experimentier-Ergebnissen – ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Seitdem ich vor ein paar Jahren das erste selbstgemachte Brot aus meinem Ofen holen konnte, war es in dieser Hinsicht um mich geschehen. Seitdem denke ich mir immer wieder neue Rezepte aus – die meisten davon entstehen spontan während des Teig-Zusammenrührens in der Küche und werden sofort zu Papier gekritzelt, damit ich sie nicht vergesse (und mit euch teilen kann). Dabei achte ich darauf, möglichst gesunde Backwaren herzustellen – das Brotbacken unterliegt bei mir den gleichen Prinzipien wie die Zubereitung aller anderen Lebensmittel. Daher ist stark verarbeitetes Weizenmehl genauso aus meinem geliebten Brot-Teig verbannt wie raffinierter Zucker und Ähnliches. Ihr findet also viele gesunde Brote und Brötchen – falls ihr neu hier seid, könnt ihr euch auf dieser Seite einen Überblick verschaffen. Heute habe ich ein Rezept für ein besonders gehaltvolles, sättigendes und gesundes Brot für euch, von dem Mr. Grünzeug meint, es wäre ein kleines Meisterwerk und viel zu schade, um es mit einem Aufstrich zu bestreichen. Denn …

Mohn-Grünkern-Brötchen

Als ich die Tage wieder einmal einen neuen Brötchen-Teig entwerfen wollte, wusste ich (wie eigentlich immer, wenn ich etwas in der Küche beginne) nicht, bei welcher Zutatenzusammensetzung ich am Ende landen würde. Was ich aber immer weiß: Es soll so gesund wie möglich werden. So dürft ihr auch von diesen Brötchen ohne schlechtes Gewissen herzhaft abbeißen. Und zwar habe ich mit Mohn experimentiert – zwar nicht das erste Mal (man denke an das Mohnbaguette mit Trester), doch in dieser Kombination mit Grünkernschrot und Buchweizenmehl in Brötchen verarbeitet hatte ich es nun auch noch nicht ausprobiert. Das Ergebnis hat mich aber so überzeugt, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. Das Beste an den Brötchen ist aber – neben ihrem Geschmack -, dass sie keine Gehzeit benötigen und auch nach einem langen Arbeitstag noch schnell zubereitet werden können, wenn man morgens (oder am Abend vorher) vergessen hat, Teig anzusetzen. Das Rezept Diese Brötchen sind sehr aromatisch und schmecken durch das Buchweizenmehl schön erdig (nicht nach Erde, sondern wirklich erdig – die Note kann man nicht anders beschreiben). Durch den Blaumohn und …

Hirse-Kranz mit Rucola

Heute ist ein besonderer Tag. Einer, den ich als Brotvernarrte und Brot-Selbstback-Begeisterte feiern muss. Ich komme praktisch gar nicht drum herum. Die Rede ist vom World Bread Day. Anlässlich dieses besonderen Tages habe ich ein ganz besonders Brot gebacken – es ist eine Eisen- und Magnesium-Bombe und wunderbar für gestresste Schüler, Studenten, Angestellte und eigentlich alle, die auf ihre Ernährung achten und geistige Leistung erbringen müssen, geeignet. Was ist der World Bread Day? An diesem Tag backen hunderte Blogger auf der ganzen Welt ein Brot – einfach, um die Existenz und die Schönheit des täglichen Brotes zu ehren. Anschließend teilen sie das Rezept auf ihren Blogs. Auf kochtopf.me werden am Ende des Tages alle Einsendungen gesammelt und zu einem schönen Überblickspost zusammnengestellt. Warum nehme ich teil? Weil ich eine absolute Brotback-Fanatikerin bin. Ich liebe den Geruch, das Aroma, die Haptik von frisch gebackenem Brot. Von allen Back- und Kochwerken ist mir das Brot noch immer das liebste. Weshalb auch wirklich kein Tag bei uns im Haus vergeht, an dem kein frisches Brot vorhanden ist (oder gerade …

Herzhafter Kürbis-Erdnuss-Kuchen

Im Moment ist ja gerade Kürbis-Saison. Welch‘ ein Glück, dass ich das farbenprächtige Gemüse vor kurzer Zeit für mich entdeckt habe! Daher backe und koche ich im Moment sehr kürbislastig – ihr habt das schon in Form des Kürbiskompotts oder des Kürbissalats mit Pfifferlingen mitbekommen. Heute habe ich mich mal an einem Kürbiskuchen versucht – allerdings in der herzhaften Variante. Man könnte es daher auch als Kürbisbrot bezeichnen. Wäre es nur nicht so weich, fluffig und von der Konsistenz her ganz und gar kuchenartig. Außerdem fehlt die Hefe – was den Namen des Kuchens in meinen Augen ebenfalls rechtfertigt. Wie bin ich darauf gekommen, Kürbis mit Erdnuss zu kombinieren? Gute Frage. Eigentlich gestaltete sich die Zutatensuche für das Rezept wie immer: Ich tigerte mehr oder weniger planvoll durch die Küche, holte mir Inspiration in meinem Vorratsschrank und wog ab, welche Zutat vielleicht besonders gut das Kürbisaroma ergänzen würde. Außerdem musste ich darauf achten, dass das Produkt, das daraus entstehen würde, nicht vom Kürbisgeschmack dominiert wurde – denn Mr. Grünzeug mag den reinen Geschmack des orangeroten …