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Raw vegan double layer cake

Ist das nicht ein feiner Titel? Auf Englisch hört sich alles gleich viel spannender und appetitanregender an. Anglizismen voran also – und eingeläutet die Serie der besonders cleanen und irgendwie auch schon rohen Rezepte auf diesem Blog. Eigentlich – also wirklich: eigentlich! – hatte ich ja etwas ganz anderes backen wollen. Der ursprüngliche Plan beim Betreten meiner Küche sah vor, einen Rohkost-Cheesecake zu backen. Das ist aber irgendwie nicht so ganz dem Ergebnis entsprechend. Oder umgekehrt: Das Ergebnis entspricht nicht dem Plan. Wie auch immer – herausgekommen ist ein mindestens ebenso leckerer, unglaublich schöner (wie ich, ohne mir mental auf die Schulter klopfen zu wollen, finde) Rohkostkuchen, der schnell gemacht und randvoll mit guten Zutaten ist. Was ich beispielsweise an Rohkostkuchen liebe (so wenige ich bisher davon selbst kreiert habe – da dürft ihr euch auf weitere Experimente freuen, denn ich habe unglaublichen Spaß dabei, diese Farbfeuerwerke zu gestalten) ist, dass sie ohne Mehl und Zucker auskommen. Und nach Belieben vielerlei verschiedene Früchte, Samen und Nüsse darin verarbeitet werden können. Es gibt bei der Gestaltung von …

[Kalutscheh Berendsch] Reisplätzchen

Plätzchen – mit Reismehl gebacken. Das klingt zunächst einmal ungewöhnlich und ist es sicher auch. Doch was, wenn ich euch verrate, dass diese glutenfreien kleinen Leckerchen nicht nur gut schmecken, sondern auch im Handumdrehen gemacht sind? Dann sollte es kein Halten mehr geben – zumindest, wenn sich spontaner Besuch angekündigt, die Backlaune sich grummelnd hinter das Sofa verzogen hat oder der Nachwuchs oder eure alltagsgeplagte Seele nach einer süßen Abwechslung verlangt. Also eigentlich – so gut wie immer. In diesem Fall kommen die Kalutscheh Berendsch genau richtig: Sie sind schnell gemacht, würzig-süß, versprechen ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis und sind durch die zurückhaltende Süße, die sich lediglich aus dem Ahornsirup speist, sogar fast gesund. Pate für diese Abwandlung stand ein Rezept aus dem Jemen – doch wie so viele andere orientalische Rezepte, so ist auch dieses weit über die Landesgrenzen bekannt und verbreitet. Mr. Grünzeug hat mir jedenfalls felsenfest überzeugt versichert, dass seine Frau Mama genau dieselben Kekse backe – in der türkischen Küche haben sie daher ebenfalls ein festes Standbein und sind gern auf der Kaffeetafel gesehen. Das …

[Muhallabia] Mandelbrei

Nachspeisen in Puddingform kennt der gesamte Orient – ob wir nach Afghanistan, in den Irak, den Libanon, nach Jemen oder in die Türkei schauen, Pudding ist stets eine beliebte Leckerei nach dem Essen oder einfach so für zwischendurch. Dabei kann es sich um Reispudding, Milchreis oder Nusspudding handeln. Natürlich sind diese Speisen in der Regel nicht vegan – doch wenn sich eine Veganisierung bei Rezepten lohnt, dann sind es diese. Als bekennende Frühstücksfanatikerin und Schüsselliehaberin musste ich daher früher oder später eines der Puddingrezepte ausprobieren. Und ich war erstaunt: Die Originale kommen ohne künstliche Bindemittel oder Stärke aus dem Chemiebaukasten aus! Gebunden wird die Masse durch – Reismehl. Das Kochbuch studierend (übrigens „Orient – Das Kochbuch“ von Tess Mallos; ein wahrer Wälzer mit unwahrscheinlichen, allerdings nicht veganen Schätzen, die nur auf eine Veganisierung warten), konnte ich es fast nicht glauben. Es ist so einfach, schnellen, leckeren und vergleichsweise gesunden Pudding herzustellen! Ich war – verzeiht mir diese Formulierung – voll von den Socken. Und musste das Rezept sofort umwandeln und ausprobieren. Und was soll ich sagen? Von sämtlichen …

[Vegan orientalisch] Marzipanröllchen

Marzipan. In knusprig-lockerem, blätterteigähnlichem Mantel. Mit Rosenwasser und dem besonderen Mandelaroma. Diese Köstlichkeit kann nur eine Erfindung aus dem Nahen Osten sein. Die orientalische Küche bietet für den pflanzlich lebenden und liebenden Menschen eine ganz besonders große Vielfalt an köstlichen Gerichten. Auch bei den Süßspeisen kommen wir nicht zu kurz – sofern wir sie mit ein paar kleinen Handgriffen veganisieren. Der Februar ist bekanntermaßen den orientalischen Genüssen in veganer Variante gewidmet. Ursprünglich wollte ich hier nur die türkische Küche behandeln, doch sowohl eine eingehende Recherche in meinen Kochbüchern und im Internet sowie ein anregendes Gespräch mit Mr. Grünzeug ergaben sehr schnell, dass sich hier keine genauen Linien zwischen „türkischer“ und „orientalischer“ Küche ziehen lassen. Viele Gerichte und Speisen sind im gesamten Raum des Nahen Ostens bekannt und werden nur in leicht abweichender Form im Libanon, Afghanistan, Iran, Irak, Türkei, Syrien und so weiter gereicht. Daher wurden nun kurzerhand die beiden separaten Monate (der Februar war der türkischen und der Juli der orientalischen Küche im Allgemeinen zugedacht) zusammengelegt. Und das Februar-Thema lautet demnach: Orientalisches in vegan. …

No-bake-Brownies mit Kokosmilch

Wenn der Besuch sich ankündigt und ihr keine Zeit habt, den Ofen anzuwerfen und komplizierte Keks- oder Kuchenrezepte zu verwirklichen – was macht ihr dann? Auf eine erprobte Alternative zurückgreifen? Womöglich sogar auf Fertigprodukte? Das muss nicht sein. Es gibt so viele leckere und gesunde süße Sünden, die ihr blitzschnell und ohne besondere Schwierigkeiten zaubern könnt und die so gut schmecken, dass selbst (Schwieger-)Mama Augen machen wird! Einige der schnellen Rezepte lauten manchmal so: Man nehme eine Rolle Fertigblätterteig, schmiere Schokocreme drauf – fertig. Doch ich finde, auch das muss nicht sein. Denn obwohl das gerade grob umschriebe Schnecken-Rezept vielleicht schnell geht, sieht „gesund“ in meinen Augen immer noch anders aus. Aber auch gesunde Rezepte gibt es in Hülle und Fülle. Und diese haben meist folgende Eigenschaften gemeinsam: Sie sind rohvegan. Sie sind verdammt lecker. Sie benötigen keinen Ofen – dafür aber einen Kühlschrank. Sie bestehen aus guten Zutaten. Solche „guten Zutaten“ sind in der Regel unter anderem folgende (die ihr darum auch immer im Haus haben solltet): Datteln, Feigen oder andere Trockenfrüchte Cashews oder andere …

Mittelalter in vegan: Dinkelbrot nach Hildegard von Bingen

Wart ihr auch schon lange auf der Suche nach einem fluffigen Dinkelbrot, das dem konventionellen, aber leider viel zu ungesunden Weißbrot Konkurrenz machen könnte? Dann hat diese Suche jetzt ein Ende. Ich habe euch bereits von der Heiligen Hildegard von Bingen erzählt – und wir haben auch schon ihr Habermus und ihre Nervenkekse kennengelernt. Das Besondere an beiden Rezepten ist, dass die Basis stets Dinkel ist – das Getreide, dem Hildegard vollkommen vertraut und dem sie heilende Kräfte zugeschrieben hat. In Zeiten, in der Brot eines der Hauptnahrungsmittel in allen Bevölkerungsschichten war, verwundert es ferner nicht, dass die Heilige Hildegard sich auch mit dem Brotbacken beschäftigt und ein Rezept für locker-leichtes Dinkelbrot entwickelt hat. Das Rezept Ihr habt es sicher schon bemerkt: Dieses Brot ist gewissermaßen das absolute Gegenteil zu dem doch sehr schwer zu knetenden und kompakten Kranzbrot. Denn kneten müsst ihr hier überhaupt nicht und das Endergebnis ist herrlich aufgegangen und wunderbar fluffig. In Kombination mit der Guglform erinnert das Brot wirklich durch die Konsistenz ein bisschen an einen Kuchen. Und schmeckt wunderbar …

Mittelalter in vegan: Nervenkekse nach Hildegard von Bingen

Ui – ein langer Titel für eigentlich kleine und unscheinbar wirkende Kekschen. Doch der Schein trügt: Wie allem, was die Heilige Hildegard von Bingen entwickelt hat, liegt auch diesen Nervenkeksen eine tiefere Bedeutung inne. Über das Leben und Wirken dieser bewundernswerten Frau habe ich bereits geschrieben – und auch, dass Dinkel ihrer Ansicht nach ein sehr wertvolles Korn ist, das es möglichst umfassend in die eigene Ernährung einzubinden gilt. Da wird auch bei den kleinen Leckerchen zwischendurch keine Ausnahme gemacht – und so verwundert es nicht, dass die von ihr entwickelten Kekse auf einer Dinkelmehl-Grundlage basieren. Warum Nervenkekse? Die Antwort ist so simpel wie naheliegend: Weil die knusprigen Cookies dazu gedacht sind, überstrapazierte Nervenkostüme zu beruhigen. Die Wirkung der Nervenkekse speist sich – so die Heilige Hildegard – aus ihrer starken Gewürzkomponente. Und in der Tat werden hier Nelke, Zimt und Muskat in für den modernen Geschmack unerhörten Mengen verarbeitet. Ich muss gestehen, dass ich bei der Zubereitung zunächst gezögert habe, ob ich wirklich so viel von jedem der Gewürze in den Teig hineingeben soll. Doch …

Bratapfel-Kuchen

Ich verrate euch hiermit ein kleines, großes Geheimnis: Mein Lieblingskuchen ist der Bratapfelkuchen. Schon immer gewesen. Als Kind konnte ich nicht genug von der Vanille-Pudding-Creme bekommen, die in so herrlichem Einklang mit den gegorenen Äpfeln steht und durch einen wunderbar krossen Boden abgerundet wurde. Ach, was habe ich den Bratapfel-Kuchen von Mama geliebt! Seitdem ich meine eigenen vier Wände habe (also seit bereits 6 Jahren) gab es keinen Bratapfelkuchen mehr. Irgendwie habe ich ihn immer mit zuhause verbunden – dem Zuhause, in dem meine Mutter wohnt. Vor Kurzem bin ich in ein ähnliches Haus gezogen (ihr habt richtig gehört – ich habe mir zusammen mit Mr. Grünzeug einen kleinen Traum erfüllt; auch wenn es nicht unser eigenes ist und wir zur Miete wohnen). Dieser neue Umbruch hat den Bratapfelkuchen irgendwie aus der Tabu-Zone befördert und so habe ich mich an die Umsetzung einer veganen Variante gewagt. Und ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich da sehr kreativ werden und tief in die Trick-Kiste greifen musste. Ich habe aber auch hohe Ansprüche: Zuerst einmal muss der …